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DAS GEHEIMNIS DES MISSERFOLGS
Warum Schüler scheitern.
Sabrina
ist zwanzig, sie will wieder zur Schule gehen, ihren Hauptschulabschluss
nachholen. Zusammen mit ihrer zwei Jahre älteren Schwester Sarah, die ihr
Zeugnis mit den acht Fünfen verteidigt. Die kämen nur davon, dass sie nicht
hingegangen sei, sagt Sarah. Doch jetzt, wo sie erwachsen wird, begreife sie
endlich den Schaden, den sie sich zugefügt hat.
Warum scheitern Schüler? An zu großen Klassen und zu hohen Anforderungen, sagen die Eltern. Am Desinteresse ihrer Eltern, sagen die
Lehrer. An der Demütigung durch die Schule, sagt der Therapeut. An der
Institution, die ihre Bildungsgänge so gestaltet, dass das Scheitern
vorprogrammiert ist, sagt der Bildungsökonom. An der falschen Ausbildung der
Lehrer, die Wissen vermitteln sollen ohne zu wissen, wie der Lernprozess im
Gehirn des Schülers funktioniert, sagt der Hirnforscher.
Was Schüler leisten
können, wenn sie als Persönlichkeiten verstanden und gefordert werden, zeigt
uns die Autorin. Schüler, die am Ende ihrer regulären Schulkarriere ohne
Abschluss geblieben waren, erzählen. Warum sie ständig oder gelegentlich die
Schule schwänzten wie 100.000 oder warum sie Schule für nutzlos hielten
wie 230.000 Schülerinnen und Schüler in NRW. Zahlen, die man
auch aus Berlin, Hamburg oder Bremen kennt. In Hamburg gelten dreißig Prozent aller Schüler als "Risikoschüler". In Berlin blieben sechsundzwanzig Prozent aller Hauptschüler ohne Abschluss. Und in Bremen wurden fünfzig Prozent aller Schulverweigerer vom Lehrpersonal schlicht vergessen.
WDR 2010
Wie aus gescheiterten Schülern Meister werden können:

Paul Klees " Katze und Vogel", kopiert von Stefan im Kunstunterricht der Erwachsenenschule Bremen.
Bildungsaufstieg schwer gemacht: Weser-Kurier 16.01.2012
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