Radio-Features   -   Vorschau  -  Awards   

       Margot Overath

mail@   

 

 

 

 

 

Es geschah am zweiten Juni
Warum der Tod von Benno Ohnesorg nicht vergessen ist

Es gibt wenige Daten, die so präsent sind im Gedächtnis vieler Menschen wie der 2. Juni 1967, der Tag an dem Benno Ohnesorg erschossen wurde. Fünfunddreißig Jahre danach sprechen Zeitzeugen, Augenzeugen und Angehörige über die Tat, den Tag und seine Folgen bis heute. Zum Beispiel die Beobachterin vor der Oper, die am Weggehen gehindert worden war, bevor sie von Polizeiknüppeln getroffen wurde. Der Fotograf, dessen Foto  vom sterbenden Benno Ohnesorg um die Welt ging. Der Polizist, der am Tatort war und später mit seiner Aussage dem Todesschützen zum Freispruch verhalf. Und der Sohn, dessen Vater zum Symbol wurde. Nicht nur für sinnlose Gewalt, sondern auch für Aufbruch und Widerstand gegen die Elterngeneration und das verknöcherte Adenauersystem. So viele Biografien und sogar die politische Landschaft eines ganzes Landes haben die Ereignisse des zweiten Juni 1967 beeinflusst. Die Sendung nimmt uns mit an die Orte der Tat und der Erinnerung.

Foto: © Jürgen Henschel, Berlin

Produktion: SFB/ORB /NDR 2002

 

1967 und 1970 hatte das Berliner Kammergericht den Todesschützen Karl-Heinz Kurras freigesprochen. Es glaubte seiner Behauptung, nicht bewusst geschossen zu haben. Er sei angegriffen worden, dabei habe sich ein Schuss gelöst, so Kurras. Schon damals gab es zahlreiche Indizien, die dem widersprachen, die das Gericht aber nicht ausreichend gewürdigt hatte. Inzwischen kamen neue Spuren hinzu, die Kurras schwer belasten. Die Berliner Staatsanwaltschaft könnte das Verfahren wieder aufnehmen.

Juni 2012: Aktualisierte Fassung des Features von 2002